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Karmine175

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Dienstag, 31. Januar 2012, 09:38

Qualtiät Harley Benton

Moin,

ich muss mal was loswerden. Ich spiel jetzt seit knapp 5 Jahren Gitarre. Dies ist nicht besonders lang, aber ich traue mir durch aus zu, zu erkennen wann ein Instrument gut verarbeitet ist und wann nicht.

Nachdem sich vor 2 Wochen ein Arbeitskollege von mir, der mich jeden Tag nervt ob ich mit ihm in einer Band spielen möchte (er selber spielt Gitarre seit 3 Monaten) sich eine Harley Benton Strat gekauft hat und mir die ganze versuchen will weiszumachen, das die Klampfe einfach der Hammer ist, habe ich diese Gitarre gestern "über mich ergehen" lassen.

Lustigerweise habe ich noch zufällig eine Ebayauktion gesehn, bevor ich diesen Thread erstellt habe. Es geht um Verkauf einer Harley Benton. Und diese Beschreibung unterstreicht voll und ganz das Gefühl das ich hatte als ich die Harley Benton in der Hand hatte.

Den Link dazu teile ich jetzt mit Absicht nicht. Schließlich will ich nciht das der Verkäufer sich auf irgend eine Art und Weise angegriffen fühlt.

Ich erstelle diesen thread nur aus dem Grund, dass jeder der sich hier im Forum anmeldet und sich als blutiger Anfänger vorhatt eine Harley Benton zu kaufen, gleich mal die folgende Beschreibung sich durchlesen sollte.

Beschreibung:
Harley Benton Gitarre im LP Style - LEFTHAND - für Linkshänder - LEFTY !

Es handelt sich um eine Anfängergitarre - also keine Les Paul im "Schlafrock"
Trotzdem macht Sie einen guten Sound und funktionniert einwandfrei !!! Elektronik usw. alles Top !
Wurde nochmals eingestellt !

Die Gitarre wurde neu gekauft -hatte Halsbruch der dann vom Gitarrenbaumeister fachmännisch behoben wurde.
Dieser Versicherte mir das dieser Hals nun besser hällt als eine "Neue" - Es rührt sich nichts !!!
Die Mechaniken die nicht richtig gingen sind durch NEUE Goldfarbene ersetzt worden.
Es sind also Silberne und Goldene Mechaniken zu finden - Gehen aber alle nun einwandfrei und noch besser als beim Kauf !

Es wurden NEUE Saiten aufgezogen eine fehlt, - leider ist eine kaputt gegangen .
Es wurden Harley Benton 9 Saiten aufgezogen. (für Anfänger)
009-011-016-024-032-042 doppelte 011er wird mit beigelegt - Es fehlt die 024er die kaputt ging- kann aber in jedem Musikgeschäft nachgekauft werden.

Hinten am Gitarrenboden sind ein paar kleine Kratzer und am Hals hinten ist ein Lack abplatzer zu finden.
Erle Korpus
Angeschraubter Ahorn Hals mit Palisander Griffbrett
22 Bünde
Mensur: 628 mm
2x Humbucker
Chrome Hardware
3-weg-Schalter
2x Vol
2x Tone
Farbe: Cherry Sunburst
Am 27.01.12 hat der Verkäufer die folgenden Angaben hinzugefügt: Die LP ist unbespielt !
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Um etwas Klarheit zu verschaffen, was ich genau meine. Ob der Sound der Harley Benton jemanden gefällt so ist das natürlich subjektiv. Nach meinem Gehör klingt die Strat die ich in der Hand hatte nach Müll. Die Gitarre schreit förmlich "Tritt mich in die Tonne"!
Die Bespielbarkeit der Gitarre und dazu zähle ich auch die Qualität des Sattels, der Mechaniken etc (schließlich hängt die Bespielbarkeit davon ab) war nicht gut. Ich tat mich schwer, aber vor allem hat mich das Gefühl gestört wenn ich den Hals in die Hand genommen habe. Er fässt sich einfach nicht gut im vergleich zu einem qualitativ höhren Instrument.

Meine Zusammenfassung: Kurz knapp und vor allem wahr.
Ich glaube als erste Gitarre macht es ungefähr 2 Monate Spaß darauf zu spielen. Nach diesen 2 Monaten wundern man sich warum man auf der Gitarre des Lehrers viel besser klingt und besser spielen kann.
Und nach 12 Monaten hat man eine Gitarre die Schrott, weil Sie unbespielbar ist. Mit anderen Worten, viel länger wird es nicht brauchen bis sich das Instrument bei guter Pflege verabschiedet.
Meine Kaufempfehlung:
(Glaub muss ich hier nicht näher erläutern)
;)

Ich hoffe ich habe euch bei euer Kaufentscheidung eine Perle der Weisheit mitgegeben.
Edit:
Diesen Beitrag werde ich bei gelegenheit noch verbessern. Hab gerade nicht so viel zeit .)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Karmine175« (31. Januar 2012, 09:55)


Thomas

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2

Dienstag, 31. Januar 2012, 10:07

Ich hatte mal nen Amp von Harley Benton, den hatte ich nicht lange .. man kann sich denken warum :thumbup:

Js-Blues

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3

Dienstag, 31. Januar 2012, 10:31

Na ja ist doch kein Wunder bei den Kampfpreisen. Ich behaupte mal heutzutage kriegste schon was anständiges für Anfänger ab 250-350 Euronen. Warum also ne HB kaufen? Ich rate meinen Schülern auch von sowas ab, lieber länger sparen und dann was vernünftiges. Meine Empfehtlung ist da ganz klar ne Yamaha Pacifica, für das kleine Geld (249 EUR) kriegste ne richtig gute Einsteigergitarre :thumbsup: :thumbsup:
Beste Grüße
JH

Karmine175

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4

Dienstag, 31. Januar 2012, 10:34

Meine Empfehtlung ist da ganz klar ne Yamaha Pacifica, für das kleine Geld (249 EUR) kriegste ne richtig gute Einsteigergitarre :thumbsup: :thumbsup:
Auch meine absolute Empfehlung. Für das Geld kriegst du eine anständiges Instrument. Die Pacifica ist ihre 249€ voll und ganz wert.

5

Dienstag, 31. Januar 2012, 11:10

Richtig JS. Die Pacifica geht immer und mit HSS Bestückung ist sie sogar noch richtig flexibel. Mehr braucht ein Anfänger nicht und selbst nach Jahren hat man immernoch ein sehr gutes Instrument. Im Extremfall tauscht man eventuell mal die Pickups aus. Aber die Basis stimmt.

Bei den Harley Benton, Jack & Danny und wie sie noch alle heißen sieht das schon wieder anders aus.
Wirklich katastrophal sind meiner Meinung nach immer die Bundstäbchen eingesetzt. Wenn die links und rechts mal eben fast einen Millimeter rausschauen, kann die Gitarre noch so gut klingen. Nach spätestens 5 Minuten hat man sich die Hände so stark aufgerissen, dass es einfach keinen Spaß mehr macht dieses Instrument zu spielen.

Man munkelt jedoch das sich auch im Billigsegment ab und zu ein Intrument findet, dass tatsächlich halbwegs ordentlich verarbeitet ist.
Die Frage ist dann allerdings, was man dann aus dieser Gitarre macht.
Ich habe selber seit 10 Jahren eine Westerngitarre von HB. Allerdings sollte sie nie den Zweck erfüllen, ihr ordentliche Klänge zu entlocken. Nein, sie sollte wenig kosten damit man sie mit in den Park nehmen kann, sie sollte halbwegs robust sein um sie mit auf den Spielplatz zu nehmen (mit meinem Sohn natürlich) und dort ein paar Songs zu zupfen. Gleichzeitig sollte ihr Wert auch so gering sein, dass es nicht schlimm ist wenn sie wirklich mal kaputt geht. Bisher hat sie ihre Arbeit auch vorzüglich geleistet. Sie ging durch viele Kinderhände, wurde von meinem Sohn kunstvoll mit Aufklebern dekoriert und sogar mal ordentlich mit Sand gefüllt. Hat alles prima geklappt.

Allerdings musste ich vorher auch Hand anlegen um sie halbwegs bespielbar zu machen. Die Saitenlage war so hoch, dass man locker den Music Store Katalog hätte durchschieben können und der Hals ist, trotz intensiver Bearbeitung mit Lemon Öl, immernoch so furztrocken wie am ersten Tag.

Bei Jack & Danny sieht es ähnlich aus. Ich habe da mal die Einsteiger Lefthand Tele für um die 110€ angespielt. Auch dort war das Problem mit den Bundstäbchen vorhanden. 5 Minuten spielen, 2 Tage Pause machen.

Interessanterweise habe ich allerdings vor Wochen einen Bass von J&D gekauft (das Ding für 88€) und dieser lässt sich einwandfrei bespielen. Was war passiert?
Ganz einfach. Ich bin in den Laden rein und habe explizit nach diesem Modell gesucht. Meine Vorgaben: Günstig sollte er sein, aber er sollte nach Bass klingen und ordentlich bespielbar sein. Einsatzbereich: Homerecording.
Nach 5 Minuten mit dem Ausstellungsstück war mir klar, ok es funktioniert. Der Hals hat mich angenehm überrascht (es stand nichts über, die Bünde waren ordentlich abgerichtet) und vom Handling her funktionierte es auch.
Also bin ich mit dem Ding zum nächstbesten Verkäufer geflitzt und wollte noch 1-2 Bässe von diesem Modell testen. Gesagt getan, der Verkäufer packte noch einen Bass aus, verschwand kurz um die Halskrümmung etwas zu justieren und nach ca. 10 Minuten drückte er mir das gute Stück in die Hand. Aber was war das? Der Unterschied zwischen den beiden Bässen hätte größer nicht sein können. Während sich das Ausstellungsstück super bespielen lies, blieb ich bei dem zweiten Bass wieder an jedem einzelnen Bundstäbchen hängen. Mit diesem Mangel bin ich dann zum Verkäufer gegangen und dieser meinte dann, dass sich das mit der Zeit selber erledigen würde. Der Hals würde bei mir zuhause aufgrund der Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur aufquellen und die Bundstäbchen würden wieder im Griffbrett verschwinden. Klingt einerseits wirklich plausibel, allerdings muss ich, um einen Millimeter auszugleichen, sicherlich in einem Gewächshaus wohnen. Ich bin in dem Thema nicht so sehr bewandert aber der andere Bass war nahezu unspielbar.

Ich habe ihm dann den ausgepackten Bass in die Hand gedrückt und habe das Ausstellungsstück genommen. Ich bin der Meinung das dieser Bass, bevor er in den Verkauf gestellt wurde, sicherlich nochmal in der Werkstatt gelandet ist und sich jemand um die Bünde gekümmert hat.


Fazit:
Ich bin zufrieden mit dem Jack & Danny Bass. Für 88,- habe ich nichts falsch gemacht, allerdings weiß ich auch, dass die verbauten Teile alle von minderer Qualität sind, vom Holz mal ganz abgesehen. Wer weiß was für einen alten IKEA-Schrank ich da erwischt habe. Ich werde über kurz oder lang auch die Brücke tauschen, da der Bass in den hohen Lagen dazu neigt, einen Fusionähnlichen Sound zu produzieren. Ich hoffe zumindest das es an der einfachen Brücke liegt. Ansonsten werde ich weiter suchen. ;)
Aber er klingt ansonsten wie ein Bass und macht durch die typische JazzBass Klangregelung auch am Amp eine gute Figur.

Es liegt also, was günstige Instrumente angeht, immer im Auge des Betrachters. Was habe ich damit vor? Kenne ich mich halbwegs mit Instrumenten aus um bei Bedarf auch das ein oder andere Teil zu tauschen bzw. das Instrument überhaupt richtig einzustellen?
Das sollte meiner Ansicht nach Grundvoraussetzung sein. Neben der Tatsache das grade im billigen Einsteigersegment anspielen mehr als Pflicht ist. Wenn ich mir den J&D online bestellt hätte, hätte ich ihn wohl mehrfach zurückschicken müssen. Und ob ich dann irgendwann etwas brauchbares bekommen hätte, wer weiß.
irgendwas is immer..


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Timo

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Dienstag, 31. Januar 2012, 14:02

Ich hatte mal ne HB, die SG, weil ich unbedingt eine wollte, geschenkt noch zu teuer. Direkt mal zwei potis in der hand gehabt, abgegangen. Klang schlimmer als ein tennisschläger mit Tonabnehmern würde ich sagen. Jetzt hab ich die Vintage SG, kostet "Nur" das doppelte (in dem preissegment ja nicht viel) und ist um welten besser. Also, wenn man anfangen will und nicht viel Geld ausgeben, ganz unten sollte man nicht anfangen, dann lieber ein Glockenspiel beim Dicsounter kaufen. ;) Für 200-300 € gibts was ordentliches, wovon man auch länger was haben kann. Punkt aus.
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Dienstag, 31. Januar 2012, 17:28

@ Tontaube:

Ja, die J&D Jazzbasskopie ist geil. Ich habe bei diesen Bass die PU`s ausgetauscht, die Brücke und die Mechaniken. Das Pickguard habe ich selbst in einem Vintage Pearlwhite "geschnitzt" und draufgemacht. Den gebe ich auch nie wieder her. Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte, selbst mein ehemaliger Bandkollege war sehr überrascht über meinen Bass (aber schon, bevor ich ihn modifizierte!!!).

.....aber sonst ? Was soll man für einen so geringen Kurs denn erwarten ???? Ist für mich mehr als logisch, dass diese Instrumente nichts taugen können. Bei dem VK-Preis muss man normalerweise mal überlegen, wie da wohl der EK-Preis ist. Danke daher für die Bewertung dieser HB-Strat, aber wenn man schon länger hier im Forum ist, dann weiß man, dass es hier niemanden gibt, der von Gitarren keine Ahnung hat, denn dafür sind diese Teile ja gemacht. Ich denke mal, die sollen in erster Linie dazu da sein, eine neue Kundenklientel zu generieren und vor allem jungen Menschen den Weg zur Musik zu ermöglichen. Ich denke mal, diese "Startersets" werden gerade von Leuten gekauft, die abschätzen wollen, ob Ihnen oder ggf. ihren lieben Kleinen Musik auch noch in einigen Monaten Spaß macht. Gerade Anfänger kaufen sich wohl kaum Gitarren, die in einem höheren Preissegment liegen. Außerdem haben viele über die Zusammenhänge von "Holz und Hardware(inkl. Pickups)" doch in diesem Anfangsstadium gar keine Ahnung. Für die ist eine Gitarre erst einmal eine Gitarre und das man die dann für sehr wenig Geld bkommen hat, freut die einfach. Die Leute haben auch keine Vergleichsmöglichkeiten und von daher klingen diese Teile dann auch wirklich erst einmal geil. Der qualitative Unterschied wird doch dann erst im direkten Vergleich offensichtlich. Ob da Bundstäbe nicht sauber gearbeitet sind, "ja, woher soll man das denn wissen?" Das ist einfach erst mal normal.

Trotzdem danke für Deine Bewertung.

LG
Lars

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