Richtig JS. Die Pacifica geht immer und mit HSS Bestückung ist sie sogar noch richtig flexibel. Mehr braucht ein Anfänger nicht und selbst nach Jahren hat man immernoch ein sehr gutes Instrument. Im Extremfall tauscht man eventuell mal die Pickups aus. Aber die Basis stimmt.
Bei den Harley Benton, Jack & Danny und wie sie noch alle heißen sieht das schon wieder anders aus.
Wirklich katastrophal sind meiner Meinung nach immer die Bundstäbchen eingesetzt. Wenn die links und rechts mal eben fast einen Millimeter rausschauen, kann die Gitarre noch so gut klingen. Nach spätestens 5 Minuten hat man sich die Hände so stark aufgerissen, dass es einfach keinen Spaß mehr macht dieses Instrument zu spielen.
Man munkelt jedoch das sich auch im Billigsegment ab und zu ein Intrument findet, dass tatsächlich halbwegs ordentlich verarbeitet ist.
Die Frage ist dann allerdings, was man dann aus dieser Gitarre macht.
Ich habe selber seit 10 Jahren eine Westerngitarre von HB. Allerdings sollte sie nie den Zweck erfüllen, ihr ordentliche Klänge zu entlocken. Nein, sie sollte wenig kosten damit man sie mit in den Park nehmen kann, sie sollte halbwegs robust sein um sie mit auf den Spielplatz zu nehmen (mit meinem Sohn natürlich) und dort ein paar Songs zu zupfen. Gleichzeitig sollte ihr Wert auch so gering sein, dass es nicht schlimm ist wenn sie wirklich mal kaputt geht. Bisher hat sie ihre Arbeit auch vorzüglich geleistet. Sie ging durch viele Kinderhände, wurde von meinem Sohn kunstvoll mit Aufklebern dekoriert und sogar mal ordentlich mit Sand gefüllt. Hat alles prima geklappt.
Allerdings musste ich vorher auch Hand anlegen um sie halbwegs bespielbar zu machen. Die Saitenlage war so hoch, dass man locker den Music Store Katalog hätte durchschieben können und der Hals ist, trotz intensiver Bearbeitung mit Lemon Öl, immernoch so furztrocken wie am ersten Tag.
Bei Jack & Danny sieht es ähnlich aus. Ich habe da mal die Einsteiger Lefthand Tele für um die 110€ angespielt. Auch dort war das Problem mit den Bundstäbchen vorhanden. 5 Minuten spielen, 2 Tage Pause machen.
Interessanterweise habe ich allerdings vor Wochen einen Bass von J&D gekauft (das Ding für 88€) und dieser lässt sich einwandfrei bespielen. Was war passiert?
Ganz einfach. Ich bin in den Laden rein und habe explizit nach diesem Modell gesucht. Meine Vorgaben: Günstig sollte er sein, aber er sollte nach Bass klingen und ordentlich bespielbar sein. Einsatzbereich: Homerecording.
Nach 5 Minuten mit dem Ausstellungsstück war mir klar, ok es funktioniert. Der Hals hat mich angenehm überrascht (es stand nichts über, die Bünde waren ordentlich abgerichtet) und vom Handling her funktionierte es auch.
Also bin ich mit dem Ding zum nächstbesten Verkäufer geflitzt und wollte noch 1-2 Bässe von diesem Modell testen. Gesagt getan, der Verkäufer packte noch einen Bass aus, verschwand kurz um die Halskrümmung etwas zu justieren und nach ca. 10 Minuten drückte er mir das gute Stück in die Hand. Aber was war das? Der Unterschied zwischen den beiden Bässen hätte größer nicht sein können. Während sich das Ausstellungsstück super bespielen lies, blieb ich bei dem zweiten Bass wieder an jedem einzelnen Bundstäbchen hängen. Mit diesem Mangel bin ich dann zum Verkäufer gegangen und dieser meinte dann, dass sich das mit der Zeit selber erledigen würde. Der Hals würde bei mir zuhause aufgrund der Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur aufquellen und die Bundstäbchen würden wieder im Griffbrett verschwinden. Klingt einerseits wirklich plausibel, allerdings muss ich, um einen Millimeter auszugleichen, sicherlich in einem Gewächshaus wohnen. Ich bin in dem Thema nicht so sehr bewandert aber der andere Bass war nahezu unspielbar.
Ich habe ihm dann den ausgepackten Bass in die Hand gedrückt und habe das Ausstellungsstück genommen. Ich bin der Meinung das dieser Bass, bevor er in den Verkauf gestellt wurde, sicherlich nochmal in der Werkstatt gelandet ist und sich jemand um die Bünde gekümmert hat.
Fazit:
Ich bin zufrieden mit dem Jack & Danny Bass. Für 88,- habe ich nichts falsch gemacht, allerdings weiß ich auch, dass die verbauten Teile alle von minderer Qualität sind, vom Holz mal ganz abgesehen. Wer weiß was für einen alten IKEA-Schrank ich da erwischt habe. Ich werde über kurz oder lang auch die Brücke tauschen, da der Bass in den hohen Lagen dazu neigt, einen Fusionähnlichen Sound zu produzieren. Ich hoffe zumindest das es an der einfachen Brücke liegt. Ansonsten werde ich weiter suchen.

Aber er klingt ansonsten wie ein Bass und macht durch die typische JazzBass Klangregelung auch am Amp eine gute Figur.
Es liegt also, was günstige Instrumente angeht, immer im Auge des Betrachters. Was habe ich damit vor? Kenne ich mich halbwegs mit Instrumenten aus um bei Bedarf auch das ein oder andere Teil zu tauschen bzw. das Instrument überhaupt richtig einzustellen?
Das sollte meiner Ansicht nach Grundvoraussetzung sein. Neben der Tatsache das grade im billigen Einsteigersegment anspielen mehr als Pflicht ist. Wenn ich mir den J&D online bestellt hätte, hätte ich ihn wohl mehrfach zurückschicken müssen. Und ob ich dann irgendwann etwas brauchbares bekommen hätte, wer weiß.